Title: Herzschmerz: die Wechselwirkung zwischen Herz und Psyche
Author: RegioHelden
Published: 31. August 2022
Last modified: 7. Februar 2024

---

# Herzschmerz: die Wechselwirkung zwischen Herz und Psyche

 Veröffentlicht am 31. August 20227. Februar 2024

Unser Herz ist äußerst talentiert, zu diesem Gedanken kommt man spätestens, wenn
man einen Roman aufschlägt. Es kann brechen, schwer sein, stolpern, wehtun – und
vor allem kann es schlagen und stehen bleiben. Dass in Geschichten und in Artikeln
so viele Gefühle mit dem Herzen umschrieben werden, ist kein Zufall, sondern entspricht
sogar der Realität! **Herz und Psyche hängen eng miteinander zusammen**. Auch wer
unter einer Herzerkrankung leidet, hat viel mit der Psyche zu kämpfen. Erfahren 
Sie von unserer [Kardiologie in München](https://www.kardiologiemuc.de/), wie das
Herz und die Psyche zusammenhängen!

## Inhaltsverzeichnis

 1. [Das Wichtigste in Kürze](https://www.kardiologiemuc.de/psyche-herz-wechselwirkung/?output_format=md#das-wichtigste-in-kuerze)
 2. [Menschen mit Herzerkrankung leiden oft unter Depressionen](https://www.kardiologiemuc.de/psyche-herz-wechselwirkung/?output_format=md#menschen-mit-herzerkrankung-erleiden-oft-depressionen)
 3. [Von der Diagnose zur Depression](https://www.kardiologiemuc.de/psyche-herz-wechselwirkung/?output_format=md#von-diagnose-zu-depression)
 4. [Psychische Erkrankungen können den Krankheitsverlauf beeinflussen](https://www.kardiologiemuc.de/psyche-herz-wechselwirkung/?output_format=md#psychische-erkrankungen-koennen-krankheitsverlauf-beeinflussen)
 5. [Braucht jeder Herzpatient Hilfe?](https://www.kardiologiemuc.de/psyche-herz-wechselwirkung/?output_format=md#braucht-jeder-herzpatient-hilfe)

## Das Wichtigste in Kürze

 * Menschen, die einen Herzinfarkt erleiden oder eine Herzerkrankung haben, entwickeln
   häufig eine Depression. 
 * Zu dieser kommt es wegen all der Ängste, Sorgen und unbeantworteten Fragen bis
   hin zu Panikattacken bei einer posttraumatischen Belastungsstörung.
 * Leider kann die Depression den Krankheitsverlauf negativ beeinflussen.
 * Suchen Sie sich Unterstützung, wenn Sie eine Herzerkrankung haben oder einen 
   Herzinfarkt hatten. Sie müssen durch diese schwere Zeit nicht alleine gehen.

![Herzschmerz, Wechselwirkung zwischen Herz und Psyche](https://www.kardiologiemuc.
de/wp-content/uploads/sites/6032/2022/08/schmerzen-in-der-brust-junger-mann-haelt-
hand-um-schmerzen-in-der-brust-zu-erkennen.jpg)

© triocean – stock.adobe.com

## Menschen mit Herzerkrankung leiden oft unter Depressionen

Ein Herzinfarkt wird von vielen Menschen als Trauma wahrgenommen. Die Patienten 
und Patientinnen müssen die Informationen des Arztes oder der Ärztin schnell verarbeiten
und sehen sich** starken Ängsten** gegenüber. Nicht jede Diagnose kommt plötzlich,
aber jede trifft einen zutiefst. Ob die Herzschwäche sich langsam aufbaut und zu
Unsicherheiten führt oder ob der Herzinfarkt einen völlig überraschend überrumpelt,
spielt am Ende keine Rolle. Die** Sorgen um die eigene Gesundheit **wachsen ins 
Unermessliche. So kommt es bei einigen Betroffenen zur Depression.

## Von der Diagnose zur Depression

Der **psychische Stress **sorgt für schlaflose Nächte und körperliche Defizite werden
plötzlich viel bewusster wahrgenommen. Das Gehirn stellt die immer gleichen Fragen
in Dauerschleife und es erscheint dennoch nie eine Lösung in Sicht. All das sind
bereits Anzeichen für eine nahende Depression. Menschen mit Herzerkrankungen haben
ein deutlich** höheres Risiko für psychische Erkrankungen**. Die Ängste und all 
die unbeantworteten Fragen des Gedankenkarussells können zur Depression führen. 
Aber das ist gefährlich. 

## Psychische Erkrankungen können den Krankheitsverlauf beeinflussen

Menschen, die unter einer Herzerkrankung leiden und deshalb eine Depression entwickeln,
sollten sich unbedingt** schnell Hilfe suchen**. Denn der psychische Stress nach
der Diagnose kann sich negativ auf den Krankheitsverlauf auswirken. Studien zeigen,
dass auch gesunde Menschen, die oft unter psychischem Stress stehen, ein größeres
Risiko haben, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden oder an einer koronaren
Herzkrankheit zu erkranken. Was bedeutet das? 

Ängste, ständiges Grübeln und der soziale Rückzug sowie Panikattacken und Schlafstörungen,
die auch mit einer **posttraumatischen Belastungsstörung** (PTBS) einhergehen können,
können das Herz zusätzlich stressen. Menschen, die bereits unter solchen Krankheiten
leiden, laufen Gefahr, dass das Herz den **Schlafentzug**, die Folgen dauerhaft 
erhöhter “Stresshormone”  (wie z.B. einen hohen Blutdruck) und den **beschleunigten
Puls** langfristig nicht so gut verkraftet, insbesondere, wenn bereits eine Herzschwäche
vorliegt.

## Braucht jeder Herzpatient Hilfe?

Nicht alle Herzpatienten und -patientinnen entwickeln eine psychische Erkrankung.
Damit die Psyche stabil bleibt, sind **individuelle Verarbeitungsstrategien für 
viele Betroffene unerlässlich**, die sie beispielsweise mit einer psychologischen
Betreuung ausarbeiten können. Wenn Sie eine Diagnose erhalten haben, sollten Sie
sich bewusst sein, dass Sie das nicht alleine durchstehen müssen. Ihre Sorgen, Ängste
und Ihr Kummer sind vollkommen natürlich und berechtigt. Schämen Sie sich nicht,**
Angehörige einzuweihen** und die** Beratung Ihres Ärzteteams** sowie** psychologische
Betreuung** in Anspruch zu nehmen. Nicht nur, um Ihre Gesundheit zu fördern, sondern
auch, um Ihre Lebensqualität nicht zu verlieren.

## Beitragsnavigation

[Was ist die Spiro-Ergometrie?](https://www.kardiologiemuc.de/spiro-ergometrie-muenchen/)

[Herzrhythmusstörungen frühzeitig erkennen und behandeln](https://www.kardiologiemuc.de/herzrhytmusstoerungen-erkennen/)