Title: Vorhofflimmern: Was Sie über die häufige Herzrhythmusstörung wissen sollten
Published: 26. Januar 2022
Last modified: 7. Februar 2024

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# Vorhofflimmern: Was Sie über die häufige Herzrhythmusstörung wissen sollten

 Veröffentlicht am 26. Januar 20227. Februar 2024

Unter Vorhofflimmern verstehen Mediziner und Medizinerinnen eine sehr häufige Herzrhythmusstörung,
die zur Folge hat, dass das Herz in unregelmäßigen Abständen schlägt. Wir von KardioZentral,
Ihrer [Kardiologie in München](https://www.kardiologiemuc.de/), erläutern Ihnen 
die medizinischen Hintergründe des sogenannten Vorhofflimmerns, wie dieses medizinisch
festgestellt werden kann und welche Behandlungsmöglichkeiten Ihnen offenstehen.

## Was ist Vorhofflimmern?

Alleine in Deutschland leiden rund [1-2 % der Bevölkerung](https://de.wikipedia.org/wiki/Vorhofflimmern)
am Vorhofflimmern. Viele der Betroffenen bemerken diese Herzrhythmusstörung dabei
gar nicht. Einige verspüren lediglich ein Herzstolpern oder Herzrasen. Bei einem
gesunden Menschen werden die Vorhöfe und die Kammern des Herzens nacheinander im
sogenannten Sinusrhythmus stimuliert. Beim Vorhofflimmern hingegen breiten sich 
ungerichtete Erregungen über die Vorhöfe aus. Die führt zu einer ungeordneten Bewegung
der Vorhöfe, sodass sich die Vorhöfe nicht mehr ordnungsgemäß “zusammenziehen”, 
um das Blut vom Vorhof in die nachgeschalteten Herzkammern aktiv nach vorne zu befördern.

Folgen eines Vorhofflimmerns können sein:

 * unregelmäßiger Puls
 * Herzrasen
 * Schwindel

## Was sind die Ursachen einer solchen Herzrhythmusstörung?

Herzrhythmusstörungen in Form des Vorhofflimmerns entwickeln sich meist im Laufe
des Lebens. Bestimmte Faktoren können das Entstehen jedoch begünstigen. Stress, 
erblich bedingte Komponenten, ein chronisch hoher Blutdruck, Diabetes mellitus oder
vorhergehende Herzerkrankungen, Durchblutungsstörungen des Herzens sowie frühere
Herzoperationen gelten als mögliche Ursachen.

![Mann mit Vorhofflimmern drückt sich die Hände auf die Brust](https://www.kardiologiemuc.
de/wp-content/uploads/sites/6032/2022/01/vorhoffflimmern-mann-spuert-schwerz-in-
der-brust-muenchen.jpg)

© NAKHARIN – stock.adobe.com

## Ist das Vorhofflimmern gefährlich?

Vorhofflimmern ist zwar nicht akut lebensgefährlich, dennoch aber behandlungsbedürftig.
Gerade bei solchen Herzrhythmusstörungen ist die Wahrscheinlichkeit der Bildung 
von Blutgerinnseln und damit das Risiko eines Schlaganfalls erhöht. Sofern das Herz
über einen längeren Zeitraum deutlich zu schnell schlägt, kann dies  über längere
Dauer zur Herzinsuffizienz führen. Herzrasen bei Stress oder körperlicher Anstrengung
ist ein normales Phänomen. Stellen Sie allerdings über einen längeren Zeitraum die
oben genannten Symptome fest, ist es ratsam, einen Kardiologen oder eine Kardiologin
aufzusuchen. 

## Wie wird das Vorhofflimmern festgestellt?

Nachdem der Arzt oder die Ärztin Ihre Beschwerden im Rahmen einer Anamnese aufgenommen
hat und sich einen Überblick über Vorerkrankungen und Verhaltensweisen gemacht hat,
wird in der Regel ein EKG schreiben und mit einem Langzeit-EKG über einen Zeitraum
von 24 Stunden  Ihre Herzaktivitäten überwachen und aufzeichnen. Ergänzend dazu 
können auch Blutuntersuchungen oder bildgebende Verfahren wie ein Herz-Echo oder
ein Thorax-Röntgen veranlasst werden. 

## Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

Bei der Behandlung ist zunächst eine intensive Ursachenforschung zu betreiben. Basiert
das Vorhofflimmern auf einer Grunderkrankung, so muss diese behandelt werden. Beispielsweise
muss eine zugrundeliegende Lungenerkrankung behandelt werden oder der zu hohe Blutdruck
muss dauerhaft eingestellt werden. Darüber hinaus wird in der Regel eine medikamentöse
Behandlung des Vorhofflimmerns angestrebt. Durch bestimmte Medikamente wird der 
häufig zu schnelle Puls wieder verlangsamt. Ergänzend hierzu wird in den meisten
Fällen noch ein Medikament mit blutverdünnender Wirkung verschrieben, um das durch
das Vorhofflimmern erhöhte Schlaganfallrisiko zusätzlich zu minimieren. 

Führt dies nicht zum gewünschten Erfolg, so bedient man sich häufig auch der sogenannten“
Kardioversion”. Bei dieser Therapie werden (in Kurznarkose) von außen die erforderlichen
elektrischen Impulse verabreicht, sodass sich in der Folge der Herzrhythmus wieder
normalisiert. Insbesondere bei älteren Betroffenen, die durch das Vorhofflimmern
auch an einem verlangsamten Herzschlag leiden können, wird manchmal der Einsatz 
eines Herzschrittmachers erforderlich. Die Implantation erfolgt in der Regel minimalinvasiv
und unter kurzzeitiger Narkose.

Sollten diese Maßnahmen nicht ausreichen, lässt sich das Vorhofflimmern in vielen
Fällen mithilfe einer sogenannten “Ablation” minimalinvasiv behandeln. Hierbei werden
über einen Herzkatheter Teile der Vorhöfe, die das Vorhofflimmern verursachen, “
verödet”, sodass das Vorhofflimmern nicht mehr auftreten kann. Zum Einsatz kommen
hierbei verschiedene Verfahren, welche zum Teil mit Hitze, zum Teil mit Kälte oder
Laser arbeiten, um die verantwortlichen Strukturen zu veröden.

Sollten Sie Symptome des Vorhofflimmerns bei sich feststellen und seit einiger Zeit
unter Herzrasen oder Schwindel leiden, zögern Sie nicht, einen kardiologischen Facharzt
oder eine Fachärztin aufzusuchen. Gerne beraten wir Sie und stehen Ihnen bei Ihren
gesundheitlichen Herausforderungen zur Seite.

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